Sizilien Rundreise in den Herbstferien – Ein Trip entlang der Ostküste

Auf einer Sizilien Rundreise in den Herbstferien erwarten dich goldene Herbsttage, leere Strände, barocke Städte und entspanntes Reisen abseits der Hochsaison. Mit rund 25.700 km² ist Sizilien die größte Insel im Mittelmeer und gehört zu den vielfältigsten Regionen Italiens. Etwa 5 Millionen Menschen leben hier, verteilt auf Küstenorte, Bergregionen und historische Städte. Die Insel ist geprägt von einer langen Geschichte, die von Griechen, Römern, Arabern, Normannen und Spaniern beeinflusst wurde. Diese Mischung spiegelt sich in Architektur, Essen und Kultur wider.
Das Klima ist typisch mediterran: heiße Sommer, milde Winter, und besonders angenehm sind der Frühling und der Herbst. Für Reisen eignen sich daher die Monate September bis November ideal, weil das Meer noch warm ist, die Temperaturen meist zwischen 24 und 30 Grad liegen, die großen Touristenmengen weg sind und Städte und Strände entspannt besucht werden können.
Deswegen haben wir uns dazu entschieden der Insel in den Herbstferien einen Besuch abzustatten und eine neuntägige Reise entlang der Ostseite der Insel zu machen.
In diesem Artikel stelle ich dir die schönsten Orte für eine Rundreise mit Mietwagen entlang der Ostküste von Sizilien vor.
Anreise Sizilien
Sizilien ist von Deutschland aus gut und unkompliziert erreichbar – egal ob nur für ein paar Tage oder eine längere Rundreise.
Mit dem Flugzeug – die schnellste Option
Die meisten Reisenden fliegen nach Palermo (PMO) oder Catania (CTA). Beide Flughäfen werden von vielen deutschen Städten aus direkt angeflogen, vor allem in der Hauptsaison. Aber auch Trapani (TPS) wird von Karlsruhe aus angeflogen.
Catania ist ideal, wenn man den Osten der Insel erkunden will (z. B. Ätna, Taormina, Syrakus, Modica), Palermo eignet sich perfekt für den Westen (z. B. Palermo, Cefalù, Trapani).
Mit Kindern ist der Flug oft die entspannteste Lösung: kurze Reisezeit, wenig Umstiege und ihr seid schnell im Urlaubsmodus.
Da viele Highlights Siziliens nicht direkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind, empfehlen wir auf jeden Fall einen Mietwagen ab Flughafen. So ist flexibel, kann spontane Fotostopps einlegen und auch abgelegene Strände oder Bergdörfer entdecken – perfekt für individuelle Reiseabenteuer.
Mit dem Auto und der Fähre
Wer gerne Roadtrips macht oder mit eigenem Camper unterwegs ist, kann auch mit dem Auto anreisen.
Es gibt längere Fährverbindungen z. B. von Genua, Livorno oder Neapel direkt nach Sizilien – ideal, wenn man die Reise schon als Teil des Abenteuers sieht.
Alternativ kann man vom Süden Italiens von den Fährhäfen Villa San Giovanni oder Reggio Calabria in ca. 30 Minuten nach Messina übersetzen.
Mit dem Zug und der Fähre
Sizilien ist sogar per Zug erreichbar: In Messina werden die Züge tatsächlich auf die Fähre verladen und setzen so aufs Festland über. Für Familien mit Kindern ist das eher ein Erlebnis als die praktischste Lösung, aber definitiv etwas Besonderes.
Für die meisten Familien und Rundreisenden ist die Kombination aus Direktflug + Mietwagen die beste Wahl: schnell, flexibel und perfekt, um Sizilien in all seinen Facetten zu entdecken. Wer mehr Zeit hat und das Reisen selbst liebt, kann auch die Anfahrt über Italien mit der Fähre zu einem unvergesslichen Teil der Reise machen.
Erster Stopp: Avola mit Ausflügen nach Ortygia, Noto, Modica und Ragusa
Nach der Landung in Catania fuhren wir ca. 1 Stunde Richtung Süden nach Avola, unserem ersten Unterkunftsort. Dort haben wir 3 Nächte im Tramonto Ibleo Resort verbracht. Das Resort hat einen schönen Pool, einen kleinen Garten mit Spielplatz, Tischtennsiplatte und Tischkicker und geräumige Zimmer mit 2 Schlafzimmern.
Die Stadt selbst ist eher ruhig und eignet sich gut als Ausgangspunkt für Erkundungen im Südosten. Außerdem liegen einige schöne Strände direkt in der Nähe, wie der Stadtstrand von Avola – Spiaggia Pantanello, der naturbelassene Spiaggia di Gallina und der herrliche Spiaggia La Marchesa.
Es ist also die perfekte Ausgangslage um Sightseeing und Meer zu verbinden. Ende Oktober war das Wasser angenehm warm und auch die Lufttemperatur hat uns mit warmen 28 Grad empfangen.
Von Avola aus lassen sich einige der schönsten Städte von Sizilien schnell erreichen. Generell beeindruckt die Insel mit einer außergewöhnlichen Dichte an historischen Städten, von denen viele zum UNESCO Weltkulturerbe zählen. Sie haben einen sehr besonderen Charakter, durch die einzigartige Bauweise der Gebäude. Besonders im Süden und Osten wurden Altstädte aus dem warmen, porösen Kalkstein Pietra Calcarea erbaut wurden – ein Material, das in der tiefstehenden Sonne golden-orange aufleuchtet und den Orten ihren unverwechselbaren Charakter verleiht.
Ortygia
Ortygia (Altstadtinsel von Syrakus) ist einer der geschichtlichsten Orte der Region. Die schmalen Gassen, barocken Gebäude und die Mischung aus antiken Tempelsäulen und moderner Gastronomie machen die Halbinsel zu einem spannenden Ort für einen Bummel. Man kann die Stadt zu Fuß oder per Tuk Tuk erkunden und die Highlights besichtigen.
Besonders die Piazza Duomo hat uns beeindruckt – dieser Platz soll einer der schönsten ganz Italiens sein, flankiert von barocken Palazzi und historischen Gebäuden, die in der Abenddämmerung im Herbstlicht orange leuchten, entsteht hier am Abend eine ganz besondere Atmosphäre. Die Kathedrale auf dem Platz war einst ein griechischer Tempel.
Die Fonte Aretusa ist eine natürliche Süßwasserquelle direkt am Meer — mit wild wachsenden Papyrusstauden und Enten. Die Promenade am Wasser lädt zum Schlendern ein, besonders zu Sonnenuntergang, wenn das Licht die alten Mauern und das Wasser sanft färbt.
Noto
Noto ist das barocke Zentrum Siziliens und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Kathedrale von Noto an der Corso Vittorio Emanuele ist das belebte Highlight der Stadt. Die Menschen tummeln sich davor auf den Treppenstufen, lauschen den Tönen der Musiker und saugen das einzigartige Flair auf. Besonders nachmittags, wenn das Licht wärmer wird, wirkt die Stadt fast golden – wir waren völlig beeindruckt vom Licht und der Stimmung in der Stadt. Hier hat es uns mit Abstand am Besten gefallen.
Modica
Ein Tagesausflug führte uns auch nach Modica, das sich terrassenartig in ein Tal schmiegt. Besonders sehenswert ist hier die Kirche San Giorgio, die durch viele Erdbeben zerstört und im 17. / 18. Jahrhundert wieder aufgebaut wurde. Sie ist ein beeindruckendes Meisterwerk des sizilianischen Spätbarocks. Vom Glockenturm aus hat man einen tollen Blick über die Dächer und die markanten Häuser, die eng an den Hang gebaut sind. Modica ist zudem bekannt für seine traditionelle Schokolade, die nach alten aztekischem Rezept hergestellt wird. Die mussten wir natürlich probieren.
Ragusa
In Ragusa, speziell im alten Stadtteil Ragusa Ibla, unternahmen wir einen entspannten Stadtbummel. Gestartet sind wir an den Giardino Ibleo, den Gärten der Stadt. Auf dem großartigen, neuen Spielplatz konnten sich unsere Kinder richtig austoben. Dort konnten wir unser Auto parken und die Altstadt in Ruhe erkunden. Auch hier bestimmen barocke Gebäude das Bild. Am Piazza Duomo hatten wir einen tollen Blick auf die Kirche San Giorgio (so heißen scheinbar viele Kirchen auf Sizilien). Außerdem haben wir uns im Café Piazza Duomo die leckeren Arancini schmecken lassen. Es gibt sie dort in vielen verschiedenen Füllungen Perfekt für eine Runde durch enge Gassen, einen Kaffee auf einem kleinen Platz und ein paar Fotos. Es gibt ein paar sehr gute Aussichtspunkte, um den berühmten Blick auf Ragusa Ibla zu erhaschen, z.B. Belvedere di Santa Lucia.
Zweiter Stopp: Cefalù und das Valle Grande Nature Resort
Nach einigen Tagen im Südosten fuhren wir weiter nach Norden nach Cefalù, wo wir zwei Nächte verbrachten. Unser Hotel, das Valle Grande Nature Resort, lag etwas oberhalb der Stadt in ruhiger Lage. Von dort aus waren es nur wenige Minuten bis zum Zentrum.
Cefalù hat eine sehr schöne Mischung aus Strand, Altstadt und Felsen. Der markante Rocca di Cefalù, der über der Stadt aufragt, ist das Wahrzeichen und macht das Panorama unverwechselbar. Abends wirkt der Ort besonders stimmungsvoll, und wir hatten dort tatsächlich sehr schönes Licht zum Sonnenuntergang. Die schmale Altstadt mit ihren Restaurants, Gässchen und kleinen Plätzen eignet sich perfekt für einen gemütlichen Spaziergang.
Dritter Stopp: Taormina und der Ätna Vulkan
Taormina
Unser letzter Unterkunftsort war in der Nähe von Taormina, wo wir im Agriturismo Tenuta Edone drei Nächte verbrachten. Taormina gehört zu den bekanntesten Orten Siziliens – und das merkt man an den vielen Besuchern und auch an der beeindruckenden Lage. Die Stadt liegt erhöht über dem Meer, und viele Aussichtspunkte bieten Weitblicke über die Küste bis hin zum Ätna. Das antike Teatro Greco ist dabei ein echtes Highlight, hier lohnt es sich auf jeden fall Tickets zu kaufen und sich alles in Ruhe anzuschauen. Wir waren sehr begeistert und auch die Kinder hatten viel Spaß dabei, in eine längst vergangene Zeit einzutauchen.
Ein besonderes Erlebnis war Halloween: Die ganze Stadt war dekoriert, in vielen Läden wurden Süßigkeiten verteilt und jede Menge Kinder und Erwachsene waren verkleidet unterwegs. Es wirkte sehr lebendig, freundlich und fröhlich – ein ganz unerwartetes, aber sehr schönes Erlebnis.
Die vorgelagerte Insel Isola Bella ist ein beliebtes Fotomotiv und an dem dazugehörigen Strand herrscht reges Treiben.
Wir waren außerdem ein paar mal in Naxos und sind an der Promenade entlang gelaufen. Wir haben uns ein Eis gegönnt und waren Abendessen im Kamurrina Bistro.
Vulkan Ätna
Von Taormina aus unternahmen wir außerdem unseren Tagesausflug zum Ätna, einer der Hauptgründe unserer Reise nach Sizilien. Wir fuhren bis zur Talstation der Seilbahn auf der Südseite. Obwohl wir keine geführte Tour gebucht hatten, konnten wir mehrere Krater in der Umgebung der Station erkunden, darunter die Silvestri-Krater. Die Landschaft dort oben wirkt tatsächlich ungewohnt: dunkles Lavagestein, Aschefelder, rötliche Hänge und an vielen Stellen kaum Vegetation. Dazu wechselte das Wetter ständig – mal hatten wir freie Sicht, dann zogen dichte Nebelschwaden durch, die alles in Sekunden verschwinden ließen. Genau diese Mischung machte den Ausflug sehr eindrucksvoll.
Wir haben uns gefühlt wie in einer anderen Welt und obwohl das Wetter sehr durchwachsen war, hat sich der Aufstieg zu den kleineren, unteren Kratern sehr gelohnt.
Wenn man die Krater weiter oben sehen möchte mit der Chance auf flüssige Lava, dann sollte man eine Tour buchen, da man dann mit dem Jeep und einem Guide nach oben fährt. In Höher der Endstation der Seilbahn darf man sich aufhalten und ohne Guide herumlaufen aber ab ca. 2.900 Metern ist dies nur noch mit Guide möglich. Man sollte sich allerdings auf eine mehrstündige Wanderung einstellen.
User Fazit
Unsere neun Tage auf Sizilien hatten eine gute Balance aus Städten, Küste und Natur. Die drei Unterkunftsorte – Avola, Cefalù und Taormina – waren gut gewählt, weil sie jeweils unterschiedliche Regionen erschließen. Besonders der Herbst erwies sich als ideale Reisezeit: es warm, badetauglich und die Städte ließen sich entspannt erkunden. Es war eine sehr abwechslungsreiche Woche mit vielen spannenden Eindrücken.









